Definition

Aus bevorzugten Werten und Normen entstehen Denkmuster, Glaubenssätze und Handlungsmuster. Begriffe für Werte sind meist Substantive, die moralisch gut empfundene Eigenschaften verkörpern. Sie symbolisieren spezifische Sittlichkeit und beschreiben die zwischenmenschliche Qualität von Charaktereigenschaften und Nutzen stiftenden Merkmalen. Wir orientieren uns an den Aussagen von Frank Sauer aus einer Bearbeitung vom Januar 2021:

 


1. Definition „Werte“

Werte (Wertvorstellungen) sind allgemein erstrebenswerte, moralisch oder ethisch als gut befundene spezifische Wesensmerkmale einer Person innerhalb einer Wertegemeinschaft.

Aus den präferierten Werten und Normen resultieren Denkmuster, Glaubenssätze, Handlungsmuster und Charaktereigenschaften. In Folge entstehen Ergebnisse (Resultate, Erlebnisse, Erfolge), welche die gewünschten werthaltigen Eigenschaften besitzen oder vereinen sollen.

Werte-Begriffe sind vorwiegend Substantive, die moralisch als gut empfundene Eigenschaften verkörpern. Sie symbolisieren jeweils eine spezifische Sittlichkeit und beschreiben die zwischenmenschliche Qualität von Charaktereigenschaften und Nutzen stiftenden Merkmalen.

Konkrete Wertvorstellungen einer Person erzeugen priorisierendes Denken, Fühlen und Handeln, ausgerichtet auf die damit festgelegten wichtigen Aspekte im Leben. Langfristig kann dadurch in kollektiven Systemen eine wertvolle Kultur entstehen, sofern die Mehrzahl der Werte übereinstimmen.

Werte sind immer messbar – dadurch zeichnen sie sich aus. Jeder spezifische Wert ist demnach das Ergebnis einer Messung – ob subjektiv oder objektiv. Alles, was gemessen werden kann, ergibt einen Wert.

Als menschliche Wertvorstellungen versteht man auch Tugenden, soziale Kompetenzen, Ideologien, Grundüberzeugung, Geisteshaltungen und Weltanschauung. Grundsätzlich erwachsen Wertvorstellungen aus verschiedenen Quellen, die sich gegenseitig priorisierend beeinflussen und interagieren:

2. Begriffsbestimmung

Der Begriff „Werte“ wird im deutschsprachigen Raum häufig verwendet, insbesondere in der Politik, in journalistischen Auseinandersetzungen, in der Philosophie und der Soziologie. Und auch wenn das Wort „Werte“ selbst nicht benutzt wird, so ist es direkt oder indirekt Bestandteil der Diskussionen mit den Themenspektren Leitkultur, nationale oder kontinentale Interessen, Umwelt, Unternehmenskultur, Ethik, Moral und Glauben.

Das Wort „Werte“ wird im jeweiligen Kontext anders begriffen, es erzeugt nur wenig Klarheit und stiftet somit Verwirrung, da es meist pauschal und ohne Nennung von konkreten Inhalten verwendet wird. Und dies, obwohl Werte genau das Gegenteil bewirken sollen: Orientierung und Fokus auf sinnstiftende Wichtigkeiten schaffen.

Da der Begriff zwar intensiv verwendet, aber nicht konkret definiert ist, haben wir in diesem Kapitel die wesentlichen Merkmale, Facetten und Bedeutungen zusammengestellt. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Artikel im Werte-Glossar zu studieren, um somit alle Begriffe rund um den Themenkomplex Wertvorstellungen richtig einordnen und deuten zu können.

Der Sinn und Zweck eines jeden Begriffs ist zweckbestimmt das Begreifen. Deshalb sollten wir ihn demnach zerlegen und wieder zusammenbauen, also geistig „Hand anlegen“ = „begreifen“ = „ergreifen, ertasten, erfühlen, erfassen, erkennen, verstehen“ und in Folge „sinngemäß benutzen können“.

3. Differenzierung der Begriffe “Wert” und “Werte”

Das Substantiv „Wert“ (Einzahl) bedeutet, den meist objektiv oder selten subjektiv gemessenen Gehalt, Preis, Menge, Dimension einer Sache, eines Produktes mit bestimmten Eigenschaften zu bestimmen, beispielsweise gemessen in Geldwert (Münzen, Scheine, Aktien, Briefmarken, Produkte, Dienstleistungen) oder auch physikalische, mathematische, medizinische, architektonische, technische und statistische Werte wie Koordinaten, Gewicht, Größe, Volumen, Temperatur, Energielevel, Speichermenge, Geschwindigkeit, Beschleunigung und vieles mehr.

4. Beispiele für Werte

Bekannte und oft genannte Wörter sind Freiheit, Vertrauen, Loyalität, Ehrlichkeit, Sicherheit und Toleranz. Weniger bekannt sind Präsenz, Glaubwürdigkeit, Neutralität und Weitsicht.

Begriffe wie z.B. Wertschätzung, Erfolg oder Menschlichkeit sind keine Werte. Da sie jedoch einen kontextuellen Bezug haben, sind sie im Werte-Glossar aufgeführt und beschrieben. Einige davon auszugsweise und spezifisch im Kapitel „Keine Werte“. Viele davon sind Wertesysteme, welche im Kapitel „Wertesysteme“ aufgeführt sind und dort mit beispielhaften konkreten Werten versehen wurden.

5. Wertebildung durch Vorbilder

Werte entstehen recht früh durch real existierende oder auch imaginäre Vorbilder welche erstrebenswerte und erlebenswerte Merkmale aufweisen. Diese Merkmale sind Attribute, die Besonderheiten aufweisen, welche intrinsisch motiviert inspirieren.

In der Regel sind Vorbilder erfolgreich, etabliert, unabhängig und können ihre Meinung und Wertekonzepte durchsetzen. Und sie sind nachhaltig anerkannt – besonders in den dementsprechend konformen Kreisen. Da Anerkennung ein wesentliches Grundbedürfnis des Menschen ist, eifert man dem Vorbild nach.

Obwohl ein Individuum Vorbilder braucht, um auch dadurch seine Bestimmung ausloten (ausrichten) zu können, kommt es dabei zu Verzerrungen bei der Wahrnehmung der eigenen persönlichen Ausprägungen, Talente, Neigungen und Berufungen. Aus diesem Grund ist es wichtig, seine eigenen Wertvorstellungen zu entdecken, welche stets auf den individuellen, persönlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grundmotiven – sowie insbesondere auch auf den sich im aktuellen Umfeld befindenden Bedingungen – basieren.Dennoch sind Vorbilder wichtig – und ohnehin ein evolutionsbedingtes Obligo, um Werte zu entdecken, die das eigene Überleben sowie das Streben nach Lebensqualität und Glück ermöglichen. Darüber hinaus lernen wir von Vorbildern, welche Methoden hierfür erfolgreich oder nicht erfolgreich sind.

6. Gruppen mit gemeinsamen Werten

Wertegemeinschaften – z.B. Nationen, Staatenbündnisse, Unternehmen, Religionen oder Vereine – definieren ihr Wertesystem in übergeordneten Regelwerken, wie Verfassungen, Verträge, Gebote und/oder Rituale.

In Organisationen wird das gewünschte Wertesystem durch ein sogenanntes Leitbild dargestellt und nach innen sowie nach außen kommuniziert. Sobald dieses Leitbild akzeptiert wird, entstehen im Laufe der Zeit innere sowie äußere Erscheinungsbilder, welche in Summe als Unternehmenskultur oder auch Unternehmens-Philosophie bezeichnet wird.

7. Der Zweck von Werten

Das Wissen um seine eigenen Werte hilft dem Individuum bei der Orientierung und Findung von persönlichen Zielen sowie dabei, die richtigen Verbündeten zu finden, welche gleiche oder ähnliche Wertvorstellungen besitzen.

In kollektiven Systemen sind gemeinsame Werte eine der wichtigsten Grundlagen für alle Gemeinsamkeiten und Sinn stiftenden Verbindungen. Neben den rein emotionalen Bindungen (Liebe, Zuneigung, etc.) können mit gemeinsamen Werten dauerhaft Beziehungen gesund – können mit gemeinsamen Werten dauerhaft Beziehungen gesund – wenn auch in Teilen pragmatisch – aufrechterhalten werden.

8. Die Werteketten

Werte beeinflussen sich gegenseitig (soziale Interaktion). So sind bestimmte Wertvorstellungen eine wichtige Voraussetzung zum Erreichen von anderen Werten. Einige Werte sind darüber hinaus sogenannte Auslöser (Trigger) oder “Ermöglicher” bzw. Unterstützer von anderen Werten.

Wenn man einen schwer zu aktivierenden Wert herstellen möchte, ist es ratsam, eine vorhandene „auslösende“ Wertvorstellung anzusprechen (Triggern) um eine wertschöpferische Handlungskette auszulösen. Wir nennen diese Kausalität ganz salopp „Wenn-dann-Werte“. Ein einfaches Beispiel: Erst wenn „Interesse“ existiert, dann kann „Zuneigung“ entstehen, wenn „Zuneigung“ besteht, dann kann „Vertrauen“ oder „Empathie“ entstehen, usw.

9. Anzahl der Werte

Weit über 100 Begriffe werden im Allgemeinen als konstruktive Werte verstanden oder genutzt. Manche Experten sprechen davon, dass es über 400 Begriffe für Werte bzw. Wertvorstellungen gibt; inklusive alle Synonyme sind es dann über 1200 Begriffe, von denen allerdings in der heutigen Zeit (und in unserem westlichen Kulturkreis) nur ein Teil noch eine konkrete Bedeutung besitzt.

Die wichtigsten Begriffe haben wir hier aufgeführt. Ebenso werden die in der nahen Zukunft wichtigen Werte hinzugefügt.

10. Synonyme von Werten

Alle Synonyme, welche Werte darstellen bzw. beschreiben ergeben zusammengefasst über 1200 Begriffe.

Die meisten Werte-Begriffe werden als Substantiv verwendet, einige jedoch auch als Adjektiv; je nachdem, wie die Vorstellung des Wertes bzw. dessen Synonyme im allgemeinen Sprachgebrauch und Verständnis am besten aufgezeigt werden können. So ist zum Beispiel der Begriff Realismus mehrdeutig, wobei das Wort realistisch leichter verständlich ist; manche bevorzugen das Wort real. Ebenso ist das Adjektiv sensibel meist eingängiger als das Substantiv Sensibilität. Wir haben deshalb die bestmögliche Variante als Überschrift gewählt und neben den Synonymen die bekanntesten Wortformen bzw. Wortbildungen aufgeführt.

Letzte Bearbeitung am 30. Januar 2021

Autor: Frank Sauer